Traum und Verantwortung - ein interdisziplinärer Förderverein für Traumata, Kinderschutz, Gewaltprävention und Therapie.

Der Verein versteht sich als politisch. Was können wir tun, um dem Thema zwischenmenschliche Gewalt und Traumata den gesellschaftlichen Stellenwert zu verschaffen, den es verdient? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen und stärken, in unseren jeweiligen Arbeitsfeldern und mit unseren Erfahrungen, von Mensch zu Mensch?

»By framing trauma as a disorder, Western psychiatry transformed a social and political wound into an individual illness.« (The Transgenerational Cycle)

Dabei widmen wir uns insbesondere Themen, die gesellschaftlich nach wie vor tabubehaftet sind, und fördern kontroverse Debatten und innovative Projekte. Dazu gehören organisierte Gewalt, Inzest, Täterarbeit, Sekten, der Zusammenhang zwischen frühkindlichen Erlebnissen und Extremismus, psychische Erkrankungen als Folge negativer Kindheitserlebnisse ganz allgemein, und die manchmal nicht einfachen Interaktionen mit Institutionen und Familiensystemen.

Dank unserer bisherigen Förderer haben wir vor, in den nächsten Jahren zunächst bis zu zwei Millionen Euro für diese Themen auszugeben. Aus mancher Sicht durchaus ein ordentlicher Betrag. Aber insgesamt doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Gerade deshalb wollen wir dies mit Bedacht tun. Dafür bauen wir auf Mithilfe und Ideen von Fachkräften aus verschiedensten Bereichen im persönlichen Austausch. Welche Stellschrauben gibt es, um zwischenmenschliche Gewalt in unserer Gesellschaft nachhaltig zu verringern und Gewaltspiralen zu durchbrechen?

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Zitate

The Need to Punish

I want to emphasize that the “stranger” in us is bred by a culture that won’t accept the spontaneous expression of children’s aliveness and vitality. This aspect of a culture gives rise to violent behavior and is responsible for the development of deficient identities. Personalities formed by the processes producing the inner stranger were never able to develop trust as an underlying component of their personality. Instead, they take on a “false identity” that makes them idealize repressive authorities in the hope that they will be rescued by the very people who are their tormentors. ...
  |   Arno Gruen   |   Tags: politik

Übersehene Kinder wollen vor allem eins

“Übersehene Kinder” wollen vor allem eins: Nicht mehr länger als engste betroffene Angehörige psychisch kranker Elternteile übersehen werden! Weder in ihren aktuellen Beziehungen zu Menschen noch von der Fachwelt oder der Gesellschaft. Sie wollen sich wiederfinden in den gesellschaftlichen, fachlichen und feministischen Diskursen zu den Themen (gesellschaftliche) Macht- und Gewaltverhältnisse, Traumatisierung und ihre Folgen, Rolle der Mütter, Väter und Familien, Psychische Erkrankungen, inklusive der Bereiche psychiatrische Praxis, Prävention, Therapie und Opferentschädigung. Sie wollen, dass über psychische, physische und sexuelle Gewalt und ihre (Traumatisierungs-) Folgen mehr Aufklärung erfolgt sowie Bewusstsein und Wissen in der Gesellschaft entsteht - bei den Betroffenen, aber auch in therapeutischen und juristischen Zusammenhängen.
  |   Jana Reich   |   Tags: borderline, kinderschutz, politik

The moral stance of the therapist

Survivors of atrocity of every age and every culture come to a point in their testimony where all questions are reduced to one, spoken more in bewilderment than in outrage: Why? The answer is beyond human understanding. Beyond this unfathomable question, the survivor confronts another, equally incomprehensible question: Why me? The arbitrary, random quality of her fate defies the basic human faith in a just or even predictable world order. In order to develop a full understanding of the trauma story, the survivor must examine the moral questions of guilt and responsibility and reconstruct a system of belief that makes sense of her undeserved suffering. ...
  |   Judith L. Herman   |   Tags: politik