Traum und Verantwortung - ein interdisziplinärer Förderverein für Traumata, Kinderschutz, Gewaltprävention und Therapie.

Der Verein versteht sich als politisch. Was können wir tun, um dem Thema zwischenmenschliche Gewalt und Traumata den gesellschaftlichen Stellenwert zu verschaffen, den es verdient? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen und stärken, in unseren jeweiligen Arbeitsfeldern und mit unseren Erfahrungen, von Mensch zu Mensch?

»By framing trauma as a disorder, Western psychiatry transformed a social and political wound into an individual illness.« (The Transgenerational Cycle)

Dabei widmen wir uns insbesondere Themen, die gesellschaftlich nach wie vor tabubehaftet sind, und fördern kontroverse Debatten und innovative Projekte. Dazu gehören organisierte Gewalt, Inzest, Täterarbeit, Sekten, der Zusammenhang zwischen frühkindlichen Erlebnissen und Extremismus, psychische Erkrankungen als Folge negativer Kindheitserlebnisse ganz allgemein, und die manchmal nicht einfachen Interaktionen mit Institutionen und Familiensystemen.

Der Freundeskreis Gewalt des Vereins trifft sich in Ortsgruppen, um sich zu vernetzen, Freundschaften zu knüpfen, sich in lockerem Rahmen über diese Themen auszutauschen und gemeinsame Unternehmungen zu planen und durchzuführen.

Dank unserer bisherigen Förderer haben wir vor, in den nächsten Jahren zunächst bis zu zwei Millionen Euro für diese Themen auszugeben. Aus mancher Sicht durchaus ein ordentlicher Betrag. Aber insgesamt doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Gerade deshalb wollen wir dies mit Bedacht tun. Dafür bauen wir auf Mithilfe und Ideen von Fachkräften aus verschiedensten Bereichen im persönlichen Austausch. Welche Stellschrauben gibt es, um zwischenmenschliche Gewalt in unserer Gesellschaft nachhaltig zu verringern und Gewaltspiralen zu durchbrechen?

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Zitate

The Power of Peer Support

“In that moment [of experiencing harassment], I would have really benefited, I think, from a peer support network … what I would have wanted … is just access to other women who had gone through this experience.” (Midcareer South Asian-American woman freelance journalist) “The magic of any kind of group work or therapy is just being seen. Just having the opportunity to be heard and to be seen and to be listened to is actually really profound for people.” (Michael Mitchell, Peer Support Coordinator, Whitman-Walker)
  |   PEN America   |   Tags: community

Wenn Nähe verschwindet: Fehlende Objektkonstanz bei Traumatisierungen

Ein zentrales Thema für viele traumatisierte Menschen ist die fehlende Objektkonstanz. Unter „Objektkonstanz" versteht man die Fähigkeit, eine innere Verbindung zu wichtigen Menschen aufrechtzuerhalten auch dann, wenn diese gerade nicht anwesend sind. In einer sicheren Bindung während Kindheit entwickelt sich die Gewissheit: „Mama oder Papa sind noch da, auch wenn sie gerade nicht sichtbar sind. Sie lieben mich auch dann, wenn sie nicht direkt bei mir sind." Die Bindung kann also aufrecht erhalten werden, auch wenn die Eltern vorübergehend abwesend sind. Das Kind ist in der Lage, alleine zu sein, ohne sich einsam zu fühlen und Angst zu bekommen. ...
  |   Jeannine Lewicki   |   Tags: trauma

Mit zerbrochenen Flügeln

JEDES Leugnen der emotionalen Realität eines Kindes, das heißt jeder Zwang, jede Nötigung, Druck oder Motivation der Distanzierung vom eigenen Gefühl, ist emotionale Misshandlung. Dazu zählt jede Äußerung von Bezugspersonen, die das Kind dahin nötigen, eigene Empfindungen in Frage zu stellen, sich von ihnen zu distanzieren oder sie sogar als Belastung für andere wahrzunehmen. In diesem Zusammenhang müssen auch einige typische emotional misshandelnde Äußerungen, die sich ähnlich wie der Klaps oder die Ohrfeige, als „normal“ und sogar „hilfreich“ in der Erziehung etabliert haben, kritisch hinterfragt werden. ...
  |   Manuela Rösel   |   Tags: borderline, kinderschutz

Psychology for the Future Lessons from Modern Consciousness Research

The objective of this paper is to summarize my experiences and observations concerning the nature of the human psyche in health and disease that I have amassed during more than fifty years of research of non-ordinary states of consciousness. […] It is hard to imagine that Western academic circles will continue indefinitely ignoring, censoring, and misinterpreting all the extraordinary evidence that has in the past been amassed in the study of various forms of holotropic states of consciousness. Sooner or later, they will have to face the challenge of the new data and accept their far-reaching theoretical and practical implications. I firmly believe that in not too distant future the old materialistic world view will be replaced by a new comprehensive vision of reality, which will integrate modern science with spirituality and Western pragmatism with ancient wisdom. I have no doubt that it will include as an important element the new revolutionary understanding of consciousness, human nature, and the nature of reality that has emerged from the study of holotropic states.
  |   Stanislav Grof   |   Tags: gewalt, perinatal