Zitate
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Einige dieser Zitate könnten starke Gefühle auslösen.
Eine große Zahl der von frühem Trauma betroffenen Menschen leidet unter vielfältigen Beschwerden, die lange Zeit nicht als Traumafolgesymptome erkannt werden.
Das Spektrum dieser Symptome ist vielfältig, es reicht von Selbstwert- und Bindungsproblemen über gesundheitliche Themen bis hin zu Ängsten und Depressionen. Viele Betroffene suchen Unterstützung zunächst nicht in einer Therapie, und wenn sie es doch tun, sind sie mit langen Wartezeiten konfrontiert oder bekommen keinen Therapieplatz. Anlaufstellen, die ihnen kurzfristiger offenstehen, finden sich im Beratungs- und Coachingrahmen sowie in Selbsthilfegruppen oder Angeboten zur Persönlichkeitsentwicklung. An diesen Stellen, ebenso oft aber auch im therapeutischen Setting, fehlt häufig jegliche Kompetenz im Umgang mit Trauma. Diese Tatsache führt viele von frühem und komplexem Trauma Betroffene auf eine jahrelange Odyssee, wenn sie sich auf die Suche nach Heilung oder zumindest Linderung ihrer Beschwerden begeben. Ohne traumaspezifische Unterstützung kann diese Suche jedoch nicht erfolgreich enden.
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6. Oktober 2026 |
Verena König
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coaching
Gegen Ende meiner Therapie erkannte ich, dass ich einen großen Teil meines Leben von meinem Körper abgespalten gelebt habe, also die bewusste Wahrnehmung meines Körpers, als auch die, der einzelnen Körperteile und deren Zusammenspiel, war sehr gering. All die erlebten Stresssituationen führten dazu, dass ich oft leer oder blockiert war, innerlich und äußerlich von mir abgetrennt.
Einerseits hatte ich oft das Gefühl, mich lächerlich zu machen, vinig klein zu sein, hatte starke Ängste in alltäglichen Momenten, ohne zu wissen, was mit mir geschah oder warum. Andererseits war ich sehr selbstbewusst in Bezug auf (oder dank der) die Dinge, die ich bisher in meinem Leben erreicht hatte, und dieses Selbstbewusstsein hätte mich davor bewahren können, mich so oft so minderwertig zu fühlen.
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8. September 2026 |
Mario C. Salvador , Peter Bourquin
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trauma
Erinnern wir uns daran, dass das erste System einer Emotionsregulation bei Säugetieren die Beziehung zur Bezugsperson ist, mit der das Kind sich sicher fühlt. Wenn es nicht auf eine solche Bezugsperson zurückgreifen kann, werden andere Regulierungsalternativen in Gang gesetzt und die Hoffnung darauf, dass ein anderer Mensch kommen, es beruhigen, beschützen und begleiten kann, versiegt. Daraufhin werden Überlebensstrategien aktiviert, die mit Flucht (Verleugnung, Vergessen, Vermeidung), Kampf (Feindseligkeit, Selbstbestrafung, Selbstverachtung, Misstrauen …) oder Erstarren (emotionale Taubheit, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Zusammenbruch, dem Gefühl der Hoffnungs- und Energielosigkeit) verbunden sind. Diese Überlebensstrategien, die auf automatischen und subkortikalen Reaktionen beruhen, sind im Falle einer chronischen Traumatisierung das Fundament, auf dem verschiedene Ich-Zustände oder Subsysteme der Persönlichkeit aufgebaut sind, die ein System von Denken, Emotionen, Verhaltensweisen und physiologischen Reaktionen organisieren. (Salvador 2019, Kap. 7) In beiden Fällen führen diese alternativen Selbstregulierungsmechanismen zu Misstrauen gegenüber anderen und zu einer gewissen Erwartung von Aggressionen, Vernachlässigung, Verlassenheit. Wie wir weiter unten sehen werden, versuchen die extremsten Mechanismen, die Welt der Verwundbarkeit abzuschalten oder zu unterdrücken.
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2. September 2026 |
Mario C. Salvador
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trauma
Growing up in the 1950s in the South Bronx, the local community was strong, even in the midst of a huge city. Its center was a shopping area whose shopkeepers knew all the local families children by first name. Older brothers and sisters looked out for the younger ones in the streets; the local school was a focal point in the neighborhood; religion was a theme in everyday life; and a sense of cohesiveness prevailed. One had a clear sense of place and belonging, of one’s particular part in it all.
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13. August 2026 |
Franklyn Sills
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community , trauma
Nicht wenige erwachsene Patient:innen fühlen sich für andere verantwortlich und laden sich selbst viel auf, was zu psychischen und somatischen Problemen führen kann. Oft haben sie als Kinder Verantwortung und altersunangemessene Rollen übernommen. Mögliche Langzeitfolgen sind u. a. chronische Überforderung, schwaches Selbstwertgefühl, Identitätsprobleme, Depressionen und problematische Beziehungen. Das Buch gibt einen Überblick über das Phänomen Parentifizierung, seine unterschiedlichen Formen, Auswirkungen und Kontexte. Es fasst den Forschungsstand zusammen, beschreibt die Entwicklungsgeschichte und die besonderen Ressourcen dieser Patient:innen und hilft, sie zu erkennen, besser zu verstehen und dabei zu unterstützen, problematische Muster der Selbst- und der Beziehungsregulation wahrzunehmen und zu verändern.
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14. Juni 2026 |
Kirsten von Sydow
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kinderschutz , täter-opfer
Der Einfluss langanhaltender Bindungs- und Entwicklungstraumatisierung in den ersten Lebensjahren - nichts anderes bildet wohl den Hintergrund der sogenannten Bindungsstörungen - kann zu allen denkbaren psychiatrischen Diagnosen führen. Dazu gehören beispielsweise Komplexe Posttraumatische Belastungsstörungen, Depressive Entwicklungen und Persönlichkeitsstörungen. Am gefährlichsten für sich selbst und andere sind jedoch Menschen, die sich einen Schafspelz lebensbewältigender Anpassung zugelegt haben, während in ihrer psychischen Repräsentation der hungrige, einsame, im Zweifelsfall gewaltbereite Wolf das Sagen hat.
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2. März 2026 |
Alexander Trost
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kinderschutz , politik
Mich interessieren die Gründe, warum es vielen Frauen so schwer fällt, die vorliegenden Erkenntnisse über sexuellen Mißbrauch durch Frauen wirklich zu akzeptieren. Unter „akzeptieren" verstehe ich, diese Erkenntnisse in unser Denken, Fühlen und unsere politische Strategieentwicklung hineinzunehmen. Es ist, wie gesagt, keine pauschale Abwehr, aber eine Abwehr im Detail, eine „la, aber"-Haltung, der ich häufig begegne. Ich erinnere mich gut, daß erste angloamerikanische Forschungsergebnisse auch in mir immer wieder dieses „la, aber …" auslösten. Bei allem Interesse an den neuen Erkenntnissen schien mir doch immer etwas Wichtiges zu fehlen. Ich merkte, daß ich Probleme hatte mit der Art und Weise, in der diese Erkenntnisse meist vorgetragen wurden. Immer schien mir der Blick auf die Täterinnen verkürzt. Es fiel mir schwer, beim Lesen der Fallstudien und empirischen Erhebungen zu akzeptieren, daß hier eine Perspektive bestimmend war: der Blick auf die Taten der Frauen und die Folgen für diejenigen, die sie zum Opfer gemacht hatten. Ihre Lebensbedingungen und Lebenserfahrungen waren nicht Thema. Fiel mir ein Aufsatz in die Hände, der eine Erklärung versuchte, warum Frauen diese Gewalt anwenden, war mir ebenfalls unwohl. Da schien mir allzu schnell weggeredet zu werden, was Täterinnen tun, da wurden sie zum Opfer: Sie waren selbst als Mädchen sexuell mißbraucht worden, sie hatten als Frauen ein hohes Maß an Männergewalt hinnehmen müssen, sie mißbrauchten ihre Töchter und Söhne als Verlängerung von sich selbst, in einem Versuch, sich selbst für die erlittene Gewalt zu strafen. (Mary-Claire Mason 1990) In diesen Erklärungsversuchen waren die Opfer nicht mehr mit eigenen Verletzungen und Rechten vertreten, sondern nur noch exemplarisch. In den Texten, die Michele Elliott in diesem Band veröffentlichte, traf ich auf eine Verbindung dieser beiden Perspektiven, die es mir ermöglichte, zu lesen und nachzudenken, ohne ständig gegen „Ja, aber"-Impulse in mir ankämpfen zu müssen. (Auch auf Claudia Heynes Veröffentlichung 1993 konnte ich nur mit einem „Ja, aber…" reagieren, denn hier wurden die vorgestellten Forschungsergebnisse immer wieder mit dem unterschwelligen, verallgemeinerten Vorwurf versehen, Feministinnen hätten Gewalt von Frauen verschwiegen bzw. würden sie teilweise sogar gutheißen, obwohl die von ihr zitierte Literatur überwiegend von feministischen Autorinnen stammt.) Der Blick, der hier auf Frauen in der Position der Täterinnen gerichtet wurde, erschien mir stimmig.
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2. März 2026 |
Michele Elliott (Hrsg.)
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inzest , täterinnen
Der Opfer-Überlebensmodus In diesem Überlebensmodus fordert das Opfergefühl der Mutter, welches aus ihrem Trauma und ihrer gespaltenen Psyche heraus entstanden ist, von jedem Menschen, sie zu retten, ihr zu dienen, sein Leben für sie aufzugeben. Für diese Art Mutter ist es unabdingbar, dass sich ihr Kind für ihre Sehnsüchte und Wünsche opfert. Die Mutter akzeptiert das Kind nur, wenn sie von seiner Hilflosigkeit und Unterwürfigkeit profitieren kann. Das Kind ist gewollt, nicht um seiner selbst willen, sondern um etwas für seine Mutter zu tun.
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3. Februar 2026 |
Vivian Broughton
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täter-opfer , trauma
Because the conspiracy of silence most often follows the trauma, it is the most prevalent and effective mechanism for the transmission of trauma on all dimensions. Both intrapsychically and interpersonally protective, silence is profoundly destructive, for it attests to the person’s, family’s, society’s, community’s, nation’s and international community’s inability to integrate (and constructively respond to) the trauma.
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When done optimally, justice processes can lead societies to begin to dissipate the conspiracy of silence and heal the detrimental effects for both victim/survivors and society as a whole.
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18. Januar 2026 |
Yael Danieli
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politik , soziales
Ich will mit dem Wichtigsten anfangen, was ich zu sagen habe: Das Wesen der Arbeit mit einem anderen Menschen ist, als lebendiges Wesen da zu sein. Und das ist ein Glück, denn wenn wir klug sein müssten, oder gut, oder reif, oder weise – dann hätten wir wahrscheinlich ein Problem. Aber darauf kommt es nicht an. Worauf es ankommt, ist, ein Mensch mit einem anderen Menschen zu sein. Das andere Wesen da drinnen zu erkennen. Selbst wenn es eine Katze ist oder ein Vogel – wenn du versuchst, einem verletzten Vogel zu helfen, dann musst du zuerst wissen, dass da jemand drinnen ist, und dass du warten musst, bis diese „Person“, dieses Wesen da drinnen, mit dir in Kontakt kommt. Das scheint mir das Wichtigste zu sein.
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31. Dezember 2025 |
Eugene Gendlin
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helfen